Aktuell

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Ticketschalter BRASILIEN

Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist von Begleitbüro SOUP mit der Leuchtschrift BRASILIEN versehen worden. Begleitend hierzu ist im Projektraum OSTEND ein Ticketschalter und Informationsbüro mit der Destination BRASILIEN eingerichtet.

Wir laden herzlich ein zum Besuch.

Ausstellungsdauer: 6. September bis 3. Oktober 2021

Eröffnung: 6. September 2021, 19 Uhr

Öffnungszeiten:

Do./Fr. 17 – 20 Uhr

Sa. 14 – 18 Uhr

sowie nach Vereinbarung unter info@begleitbuero.de

Ticketbuchung

Anmeldung für die Exkursionen am 14,, 18. und 19.9.sind auch unter anmeldung@begleitbuero.de möglich.


Projektraum OSTEND

Achalmstrasse 18 / Ecke Haussmannstrasse

70188 Stuttgart-Ost

Telefon 0711/91234375

www.projektraum-ostend.de

U4/42/45 Haltestelle Ostendplatz

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Lichtinstallation BRASILIEN

Stuttgart als Scheinanlage

Begleitbüro SOUP unternimmt als Beitrag zu dem Kunstfestival „Current – Kunst und urbaner Raum“ den Versuch, den Unterschied zwischen einer Stadt und ihrer Attrappe grundsätzlicher zu bedenken und in Form einer Lichtinstallation dafür zu werben, derlei Überlegungen gerade auch im Umfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs anzustellen. Die Leuchtschrift soll hier nicht primär auf ein fernes Land verweisen, sondern auf das, was sich jenseits und unterhalb dieser Leuchtschrift abspielt. BRASILIEN könnte das Codewort sein für sämtliche Versuche, eine Stadt unmerklich durch ihre Attrappe zu ersetzen.

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Claus Baumann / Peter Schmidt


Claus Baumann denkt über das Verhältnis von Kunst, Technik, Urbanität und dem Modellbegriff nach; Peter Schmidt spielt an der Videokonsole Stadt.

Dienstag 7. September 2021, 19 Uhr
Wildunger Straße 39 / Hinterhaus
Stuttgart-Bad Cannstatt

Wir bitten um Anmeldung per E-Mail.

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Stuttgart als Zusammensetzspiel

Eine Videospur in die Festung der Einsamkeit

Mit einer Reihe von Videobeiträgen, die ab 8. Juli 2021 wöchentlich um 18 Uhr auf unserer Website und auf unserem YouTube-Kanal ihre Premiere feiern werden, versucht Begleitbüro SOUP, die Modellwelt von Wolfgang Frey in Richtung Weltmodelle zu erweitern. Künstler und Nicht-KünstlerInnen, Prominente und weniger Prominente, Stuttgarter und Nicht-StuttgarterInnen blicken aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Stadt und ihre Sehnsucht nach Modellhaftigkeit. Es geht in den verschiedenen Beiträgen um spannende Geschichten, um Stadtpolitik, um seltsame Objekte und radikale Projekte, die vielleicht nur in dieser Stadt möglich waren. Die Bezüge der Videos zum Freyschen Stadtmodell sind von unterschiedlicher Evidenz, in jedem Fall aber vorhanden. Jeder der Beiträge kann als Mosaikstein verstanden werden zu einem Bild von Stuttgart, das es so noch gar nicht gab.

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Video #9: SOUP spricht über BRASILIEN

Video Numero 9
SOUP spricht über BRASILIEN

Kurz vor Eröffnung des Ticketschalters BRASILIEN im Projektraum OSTEND am 6. September denken und reden Florentine Bofinger, Kurt Grunow, Barbara Karsch-Chaieb, Andreas Mayer-Brennenstuhl und Alexander Sowa vom Begleitbüro SOUP über BRASILIEN.

Texte aus dem Off von Harry Walter.

Video #8: Andreas Bär – SHELTER MEMORIES

Andreas Bär
SHELTER MEMORIES

Traum:
Man ist in einer Stadt, die man zu kennen glaubt und trotzdem findet man sich nicht zurecht und die Erinnerung täuscht. Man entdeckt Gebäude, welche zuvor nicht da waren. Im Traum gehe ich in die Gebäude. Die Erkundungen enden meist im Keller. Dort stoße ich oft auf unerwartete Dinge.
Im Frey-Keller befinden sich noch einige Fragmente des Stuttgart-Modells. Das Zentrum mit dem Hauptbahnhof wurde herausgetrennt. Periphere Stadtteile sind zum Teil noch vorhanden.
Mit einem lichtempfindlich beschichteten Karton und einem Blitzgerät bin ich 40 Minuten durch die Anlage gegangen und habe Gebäude, Landschaften und Geräte „abgelichtet“. Der Karton bildet ein Detail des Freyschen Modells zweidimensional für kurze Zeit ab, bevor das Bild langsam verschwindet und von anderen überlagert wird.
Jens Lyncker hat die Aktion gefilmt und ich habe zuhause zwei Tonspuren mit E-Gitarre aufgenommen und mit dem Film synchronisiert. Entstanden ist eine dystopisch anmutende 40-minütige Dokumentation.

Video #7: Hannes Rockenbauch / Andreas Mayer-Brennenstuhl

Hannes Rockenbauch im Gespräch mit Andreas Mayer-Brennenstuhl

Die Reflexion urbaner Prozesse ist ein zentrales Thema bei SOUP (Stuttgarter Observatorium Urbaner Phänomene). In diesem Video geht es speziell um die Frage wie partizipative Beteiligungsprozesse bei der Stadtentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung aussehen könnten. Ausgangspunkt des Gesprächs zwischen Andreas Mayer-Brennenstuhl und dem Stuttgarter Gemeinderat (SÖS/Linke) und Stadtplaner Hannes Rockenbauch ist ein Modell des legendären „OPS-ROOMS“, der ersten „digitalen Schaltzentrale des kybernetischen Sozialismus“, die am 11. Sept. 1973 im Bombenhagel der Militärdiktatur in Chile unterging. Hannes Rockenbauch hatte 2011 beim SOUP-Projekt „UNSER PAVILLON“ im besetzten Stuttgarter Schlossgarten ein Tool vorgestellt, mit dem mehr Bürgerbeteiligung ermöglicht werden könnte, daran knüpft der aktuelle Dialog an und öffnet den Raum hin zu Überlegungen, welche Entwicklungen seither zu beobachten sind in Bezug auf das Anliegen einer Demokratisierung städtebaulicher Planungen.

Video #6: Frieder Nake – Weltpremiere der Computerkunst

Frieder Nake: Weltpremiere der Computerkunst

Dass Stuttgart 1965 der Ort war, an dem die weltweit erste Ausstellung von Computerkunst mit den Arbeiten von Georg Nees stattfand, ist nur wenigen bekannt. Max Benses „Studiengalerie“ im achten Stock des damals noch VW-Hahn-Hochhaus genannten Gebäudes in der Friedrichstraße 10, in dem diese Werke gezeigt wurden, war Teil seines Instituts für Philosophie und Wissenschaftstheorie, das Bense selbst als Kampfstand gegen jede Form des Irrationalismus verstand. Der Mathematiker und Informatiker Frieder Nake, damals dabei und selbst ein Pionier der Computerkunst, erinnert sich an diese damals höchst umstrittene Ausstellung. Ausgehend von dem Modell des Hochhauses auf der Anlage von Wolfgang Frey führt der Weg zurück in das originale, von Rolf Gutbrod entworfene und zwischen 1962 und 1964 errichtete Gebäude, in dessen achtem Stock sich heute die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart befindet, und endet schließlich in unserem Projektraum, dem Fotostudio von Jens Lyncker. Dort reflektiert Frieder Nake seine Erinnerungen in Form eines Vortrags unter vorwiegend modelltheoretischen Aspekten. Zum Schluss unterhält er sich mit Alexander Sowa über den aktuellen Stand der algorithmischen Kunst, eine Bezeichnung, die Nake dem Begriff Computerkunst vorzieht.

Video #5: Frey über die Schulter geschaut, Teil 2


Frey über die Schulter geschaut 2


In TAPE 2 (1998) kommentiert Frey seinen Nachbau der Stuttgarter Gleislandschaft auf ähnlich sparsame und nüchterne Weise wie schon in TAPE 1 das Original. Die über der riesigen Anlage herumirrende Kamera fungiert wie ein Staubsauger, der mal hierhin, mal dorthin gelenkt wird, ohne dabei ein System erkennen zu lassen. Der zweite Teil des Videobandes zeigt seltsamerweise eine Augenoperation, die wir jedoch nicht zugänglich machen wollen.

Video #4: Background_2 – Jens Lyncker & Peter Schmidt

Der Spielautomat als Stadterkundungsmaschine

Jens Lyncker und Peter Schmidt sprechen mit Alexander Sowa über den Blick des Modellbauers auf die Stadt. Der Fotograf und der Automatenbauer besuchten die Orte, die Wolfgang Frey zwischen 1980 und 2010 fotografierte und in seiner Modelleisenbahn im Maßstab 1:160 nachbaute. Circa 500 Fotos des Freyschen Modells und 500 Fotos derselben Örtlichkeiten, wie sie sich heute darstellen, stehen sich nun im Spielautomaten gegenüber. Darüber hinaus geben Visualisierungen der geplanten Wirklichkeit Einblick in die Zukunft der Stadt. Der besondere Blick des Modellbauers, der gleichzeitig von großer Abstraktionsfähigkeit und exzessiver Detailverliebtheit geprägt ist, kann Auskunft über vierzig Jahre des ständigen Wandels der Stadt geben. Welche Lebenswirklichkeiten von welchen Personengruppen mit welchen Interessen manifestieren sich im gebauten Stadtbild?

Video #3: Frey über die Schulter geschaut, Teil 1

FREY ÜBER DIE SCHULTER GESCHAUT

In Wolfgang Freys ehemaligem Hobbybunker sind wir vor zwei Jahren in einem Raum direkt unter der Rolltreppe auf eine Menge verstaubter VHS-Kassetten gestoßen. Die meisten davon dienten offenbar der bloßen Unterhaltung, so etwa eine größere Sammlung der legendären Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille Orion“. Drei dieser Kassetten erwiesen sich jedoch als für unser Projekt besonders wertvoll. Es handelt sich dabei um private Aufnahmen aus den Jahren 1996 und 1998. Im ersten Video ist Frey bei der Arbeit an seinem Modell zu sehen. In den beiden anderen führt er selbst die Kamera, so dass wir zu Zeugen werden, wie akribisch er sich die Wirklichkeit angeeignet hat, mit deren Nachbau er zeitlebens beschäftigt war, und wie dieser Nachbau mehr und mehr zu seiner primären Wirklichkeit wurde.

Wir zeigen zunächst Tape 1: „Ruine mit Turm“ (1998). Zu sehen sind in diesem von Wolfgang Frey selbst gedrehten und kommentierten Video die Reste des ehemaligen Güterbahnhofs sowie ein Rundblick vom Bahnhofsturm über Gleisgelände und Innenstadt. Zum Schluss sieht man aus der Perspektive einer Überwachungskamera das Foyer in der Schwabstraße. Mit einem gewaltigen Nieser scheint sich der Bewohner dieses staubigen Schattenreichs an uns, die Nachwelt, zu adressieren.
Die zwei anderen Tapes folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Video #2: Background_1-Michael Gompf

Was treibt Superman in seiner „Festung der Einsamkeit“

Mit dem Video Numero 2 startet Alexander Sowa seine Interviewreihe „Background“. Mit Michael Gompf spricht er über Modelle und Aspekte ihrer Funktion, von der Täuschung bis zur Theorie. Modelle und somit auch Modellwelten/Weltmodelle eint ihr Zweck, die Komplexität von Wirklichkeit so weit zu reduzieren, dass sie zu verstehen und zu planen ist. „Nie wieder wird die Zukunft so gut aussehen wie mit den Bauten des Brasilianers“- Mit diesem denkwürdigen Satz kommentierte die Schriftstellerin Carmen Stephan einmal Oscar Niemeyers weltberühmte Brasilia-Architekturen und spricht damit indirekt auch das allen Architekturmodellen innewohnende Potenzial zur Täuschung an. Modelle dienen nicht nur der Erkenntnis, sondern auch der Verführung. Dieser Doppelcharakter ist ihnen immanent. Im Interview spannt Michael Gompf den Bogen von der Comicfigur Superman, die sich nach ihren Abenteuern in ihre „Festung der Einsamkeit“ zurückzieht und beim Betrachten der Miniaturstadt Kandor über ihre Identität sinniert, hin zu Constants Modellen von „New Babylon“, die keine Utopie formulieren, sondern eine Reflexion über die Möglichkeiten zukünftiger gesellschaftlicher Strukturen anregen wollten.

Video #1: Joe Bauer über K.R.H. Sonderborg

Der Kolumnist und Stadtflaneur Joe Bauer berichtet im ehemaligen Stellwerk von Wolfgang Frey über den verschwundenen Nachlass des lange Zeit in Stuttgart tätig gewesenen Künstlers K R H Sonderborg. Dieser hatte es mit seiner Informel-Malerei nicht nur zu internationalem Ruhm gebracht, sondern als Professor an der hiesigen Kunstakademie (1965 – 1990) auch einen großen Einfluss auf mindestens zwei Generationen angehender KünstlerInnen ausgeübt – und sei es auch nur durch den Glanz seiner Abwesenheit. Eine spannende Geschichte, die nochmal ein neues Licht wirft auf die Frage, was genau Stuttgart dem Rest der Welt zu bieten hat.

Modellwelten / Weltmodelle Stuttgart

AK2 INSIDE OUT
MODELLWELTEN / WELTMODELLE Stuttgart

Ein Schaufensterdiorama mit Videos und Objekten von
Begleitbüro SOUP (Stuttgarter Observatorium urbaner Phänomene)
und weiteren am Projekt beteiligten KünstlerInnen

Ausstellung (von außen einsehbar) 30.4. – 30.5.2021
Aktives Schaufenster täglich 17 – 21 Uhr

Galerie AK2
Lorenzstaffel 8
70182 Stuttgart

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