Claus Baumann / Peter Schmidt


Claus Baumann denkt über das Verhältnis von Kunst, Technik, Urbanität und dem Modellbegriff nach; Peter Schmidt spielt an der Videokonsole Stadt.

Dienstag 7. September 2021, 19 Uhr
Wildunger Straße 39 / Hinterhaus
Stuttgart-Bad Cannstatt

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Das Verhältnis von Technik, Mensch und Natur und die damit verbundene Wahrnehmung von Raum, Zeit und Geschwindigkeit ist in einem ständigen Wandel begriffen. Die Kunst kann diesen ästhetisch reflektieren. Sie kann davon ausgehend die gegebene Technik nutzen, das technologische Potenzial für künstlerische Praktiken ausloten und die Grenzen der gegenwärtigen Technik erforschen. Darüber hinaus kann sie eigenständige, künstlerische Welten modellieren und neu erschaffen. Mit der „Genossenschaftssiedlung am Westbahnhof“ bedient sich eine künstlerische Modellwelt realer Modelle, die von Wolfgang Frey gebaut wurden, und überträgt diese in den virtuellen Raum. Die Kunst kann sich auf ihre eigenständige Weise zu Wissenschaft und Technik positionieren und sich kritisch gegenüber gesellschaftlichen, polit-ökonomischen und technologischen Entwicklungen verhalten. Sie kann die Stuttgarter Oper atmen lassen. Modelle können Erkenntnis- und Forschungsmedium sein. Sie können Mittel zur Konstruktion und zur Rekonstruktion menschlicher Weltvorstellung und Vorstellungswelten werden. Modellwelten können zu Weltmodellen werden. Im virtuellen Raum leuchtet BRASILIEN über Freys Modell der Genossenschaftssiedlung, des Stuttgarter Hauptbahnhofs oder des Zentralstellwerks und macht diese zu anderen Orten.Kunst kann vorführen, dass andersartige als die üblichen Verwendungen und Einsätze von Technik möglich sind. Sie kann dazu beitragen, die Rede vom „Sachzwang“ als Ideologie zu entlarven. Denn diese Rede verschleiert alternative Handlungsmöglichkeiten. Der Kleine Schlossplatz, über dem ebenfalls BRASILIEN leuchtet, steht stellvertretend für die Sehnsüchte, die mit Stadt verbunden sind. Die Zentralität der Stadt ist als strategischer Ort für politische Auseinandersetzungen ist von enormer Bedeutung, wie Henri Levebvre diese mit seiner Parole „Recht auf Stadt“ programmatisch zum Ausdruck brachte.

Infos:  

www.clausbaumann.de

www.oma-maier.de