Über SOUP


Original und Modell

Modellcharakter des Projekts „Begleitbüro SOUP“

Die Initiative Begleitbüro SOUP (Stuttgarter Observatorium Urbaner Phänomene) ist eine Gruppe Stuttgarter Künstler die mit künstlerischen Strategien in die Auseinandersetzung um Stuttgart21 interveniert.
Wo wir politisch stehen ist für unsere Arbeit – obwohl in jedem Fall ablesbar – weniger entscheidend als die Frage, wie Kunst und Politik überhaupt zusammenkommen sollen. An der „Schnittstelle“ zwischen autonomer Kunstpraxis und politischem Engagement gelegen, macht das Begleitbüro aus seiner leichten Schräglage heraus die Besonderheiten der künstlerischen Wahrnehmung geltend, nämlich im Modus produktiver Unschärfe auch solche Phänomene einer näheren Betrachtung zu würdigen und miteinander zu verknüpfen, die nach den Maßgaben der arbeitsteiligen
Vernunft eigentlich nichts miteinander zu tun haben sollen.
Insofern ist damit auch der Anspruch verbunden, den berühmten „Freiraum“ der Kunst jenseits ihrer bloßen Dekorationsfunktion und noch diesseits der ihr auferlegten Legitimationszwänge zu verteidigen, neu zu erproben und gesellschaftlich fruchtbar zu machen. Das „Künstlerische“ daran wäre insofern nur ein anderer Ausdruck für die Möglichkeit, Lösungen auch außerhalb der eingeschliffenen Denk- und Handlungsmuster zu suchen. Vor allem darin ist der Modellcharakter des Projekts „Begleitbüro“ zu sehen.

Das im Jahre 2009 von den Künstlern Marc-Steffen Bremer, Ulrich Bernhardt, Michael Gompf, Kurt Grunow, Karin Rehm und Harry Walter initiierte Begleitbüro SOUP (Stuttgarter Observatorium Urbaner Phänomene) hat es sich zum Ziel gesetzt, das Geschehen um das Großprojekt „Stuttgart 21“ einer künstlerischen Langzeitbeobachtung zu unterziehen und dabei insbesondere die Rolle von Kunst und Künstlern mitzureflektieren und mitzugestalten.
Ab Januar 2009 wurden dafür unterschiedlichste Aktionen, Performances und Interventionen durchgeführt.