Dreilampenplatz

Dieser wundersame Ort auf dem Gelände des ehemaligen Stuttgarter Güterbahnhofs gehörte zu den Grundstücken, auf denen die neuen Stadtteile im Zuge des Großprojektes ‚Stuttgart 21‘ entstehen. Er bestand im Wesentlichen aus einem verwilderten Wiesenstück, das von drei sich einander zuneigenden Straßenlampen begrenzt und von einem etwas abseits stehenden roten Hydranten sekundiert wurde. Die Art und Weise, wie dieser Platz sich selbstlos gegen seine unmittelbare Umgebung verteidigte – nämlich einfach so, aus sich heraus, ohne mit seiner Leuchtkraft noch prahlen zu können – schien uns ein Modell zu sein für zukünftige Aktivitäten.

 

 

 

 

Das Begleitbüro SOUP hatte im Juni 2009 auf dem Platz zunächst eine Gründungsveranstaltung in Verbindung mit verschiedenen Aktionen und Performances abgehalten. Im September waren mehrere Fuhren Erdaushub unbekannter Herkunft auf dem Platz abgeladen worden. Das Bild ist während der zweiten und letzten Manifestation des Begleitbüros auf dem Gelände im Oktober 2009 aufgenommen worden. (Foto: Hannelore Kober)

 

 

 

 

 

In Erdaushub auf dem Eckgrundstück waren zahlreiche alte Glas-, Steingut, – und Tonscherben, sowie Metall- und andere Objektfunde enthalten. Sie waren dort frei von neueren Zivilisationsabfällen aufzufinden.

 

 

 

 

 

 

 

Präsentation vor Ort

Öffentliche Präsentation erster Funde vor Ort in einer offenen Systematisierung. Zweite Manifestation des Begleitbüros SOUP auf dem Gelände A1.7, 2009

Besucher waren eingeladen selbst archäologisch aktiv zu werden, neu aufgefundenes zu reinigen und auf den Präsentationstischen einzuordnen. Zweite Manifestation des Begleitbüros SOUP auf dem Gelände A1.7, 2009

 

 

 

 

Der Werbeturm

Kurze Zeit später hat der Grundstückseigner die drei sich einander zuneigenden Straßenlampen abmontieren und an deren Stelle einen großen, dreifüßigen Werbeturm aufbauen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Frühjahr 2012 wurde auf dem Gelände die gewaltige Baugrube des heutigen Milaneo-Centers so dicht an den Plakatturm herangegraben, dass zwei seiner Betonfundamente frei in der Luft lagen. Die stadtarchäologische Fundstätte bestand weiterhin geschützt zwischen den Sockelfundamenten des Plakatturmes.

 

 

 

 

 

Im September 2013 hat auch der dreifüßige Plakatturm ausgedient. Die Fundstätte darunter wurde planiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

November 2013. Das Ausheben der Baugrube für den Wohnturm „Cloud7“ hat begonnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit der Errichtung des 62 Meter hohen Wohnturms mit Luxushotel, Businessapartments und Stadtwohnungen der Extraklasse findet die Entwicklung des Dreilampenplatzes ihren vorläufigen Schlusspunkt.